Die Kriege um Dithmarschen

Dithmarschen bildete Jahrhunderte lang einen unabhängigen freien Bauernstaat, der einige Verbindungen zum Erzbistum Bremen hatte.

Im Jahr 1319 wollte Gerhard der Grosse Dithmarschen unterwerfen, verlor aber die Schlacht bei Wöhrden.

Auch Graf Albrecht fiel in einer Schlacht im Jahre 1403.

Sein Bruder Gerhard VI. von Schleswig verlor die Schlacht in der Hamme bei Heide am 04.August 1404. Gerhard, sowie auch zahlreiche andere Ritter verloren in dieser Schlacht ihr Leben.

König Johann I. und Herzog Friedrich verlangten von den Dithmarschern die Anerkennung der Landeshoheit und die Zahlung von jährlich 15000 Mark. Des weiteren sollten drei Burgen erbaut werden. Die Dithmarscher lehnten dieses ab, und so kam es im Februar 1500 zum Krieg.  Ein Heer von ca. 15000 Soldaten, bestehend aus 5000 Mann der Schwarzen Garde unter dem Junker Schlentz, sowie aus 10000 Mann von schleswigschen, holsteinischen und dänischen Rittern, zog in Dithmarschen ein. Meldorf wurde besetzt.

Die Dithmarscher errichteten unter Wolf Isebrand eine Schanze in der Nähe von Hemmingstedt (Dusenddüwelswarf). Aufgrund des starken Tauwetters waren nur die befestigten Wege begehbar. Es wurden die Schleusentore geöffnet, und das Land wurde überflutet.

Unter dem Kriegsruf "Wahr die, Buhr, de Garde kummt" stürmten die Angreifer auf die Schanze zu, konnten sich aber aufgrund des schmalen Weges nicht ausreichend bewegen. So konnten die Dithmarscher den Angriff abwehren. Junker Schlentz und zahlreiche Ritter fielen, und die Dithmarscher gingen mit dem Ruf "Wahr die, Garde, de Buhr kummt" zum Gegenangriff über. Ein großer Teil des holsteinischen, schleswigschen und dänischen Adels verlor in der Schlacht vom 17.Februar 1500 ihr Leben - die dänische Reichsfahne (der Dannebrog) fiel den Dithmarschern in die Hände.

Im Jahre 1559 schlossen König Friedrich II., der Herzog Adolf und der Herzog Johann ein Bündnis zur Unterwerfung der Dithmarscher. Unter den Befehl von Johann Rantzau wurde ein Heer von 25000 Mann aufgestellt, denen nur ca. 6000 Dithmarscher gegenüberstanden. Nachdem Meldorf besetzt war, fiel auch Brunsbüttel. Süder-Dithmarschen war in der Hand der Eroberer. Bei Heide kam es dann am 13.Juni 1559 zum entscheidenden Kampf, den die Dithmarscher unter schweren Verlusten verloren. Bei Lohe wurde dann am 20.Juni 1559 Frieden geschlossen. Dieses war der letzte zwischen Schleswig Holsteinern geführte Krieg, und es trat bis 1625 Frieden ein.

Aus Anlass der 400. Wiederkehr des Jahrestages der Schlacht um Dithmarschen wurde am 17.Februar 1900 das Denkmal an der Dusenddüwelswarf eingeweiht. Dieser Platz wurde damals als der Standort der Schanze angesehen, jedoch ist  durch neuere Forschungen heute sichergestellt dass die Schanze ca. 4 km weiter in Richtung Hemmingstedt gelegen haben muss.

Der Stein wurde aus dem 12,5 km entfernten Barlter Kleve herangeschafft.

Am 17.Februar 2000 war die Einweihung des Informationspavillons in dem die historische Schlacht originalgetreu nachgestellt wurde.

Die von Meldorf kommende Garde (von links) trifft auf die Schanze (rechts) und kann, da nur noch der Weg aus dem Wasser herausragt, nicht zu einer geordneten Kampfaufstellung kommen. Die Ritter in ihren schweren Rüstungen ertrinken, sobald sie den Weg verlassen.

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Erstellt im Dezember 2000 von:

Hans Peter Voss
Familienkundliche Forschungen in SH
An de Marsch 6
D - 25557 Steenfeld